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Die Autor*innen

Sarah-Michelle Nienhaus ist wiss. Mitarbeiterin im Forschungsprogramm Transformation of Digital Democratic Discourses am Center for Advanced Internet Studies sowie an der HHU Düsseldorf. Sie promoviert über Polarisierung. zwischen Parteiflügeln.

Henri Mütschele ist wiss. Mitarbeiter im selben Forschungsprogramm und Lehrbeauftragter für den Masterstudiengang Politische Kommunikation an der HHU Düsseldorf.

Prof. Dr. Christiane Eilders ist wiss. Direktorin des Center for Advanced Internet Studies und leitet das For­schungs­programm Transformation of Digital Democratic Discourses. Sie forscht zu Polarisierung und Meinungsbildung in digitalen Medienumgebungen.

Politische Akteure, Journalismus und Diskursdynamiken

Wie öffentliche Debatten Polarisierung anheizen

Polarisierung prägt zunehmend öffentliche Debatten in demokratischen Gesellschaften. Parteien, soziale Bewegungen sowie traditionelle und soziale Medien beeinflussen, wie politische Konflikte ausgetragen werden. Konflikt ist in den Logiken dieser Akteure angelegt, doch welche Arten der Konfliktkommunikation tragen zu einer verstärkten gesellschaftlichen Polarisierung bei?



Gesellschaftliche Polarisierung gilt als aktuelle Herausforderung demokratischer Systeme. Gerade in den letzten Jahren werden Erscheinungsformen, Ursachen und Wirkungen von Polarisierung zunehmend diskutiert. Auch ca. 80 Prozent der deutschen Bevölkerung nehmen die Gesellschaft als gespalten wahr (Vorländer u. a. 2025). Der Begriff Polarisierung beschreibt einen Prozess, bei dem sich verschiedene kollektive Akteure und Individuen über die Zeit auseinanderbewegen. Während ideologische Polarisierung eine wachsende Differenz zwischen Meinungen, politischen Positionen oder Werten beschreibt, meint affektive Polarisierung eine wachsende Abneigung zwischen Gruppen, die nicht notwendigerweise auf ideologischen Differenzen fußt. Polarisierung kann durch viele verschiedene Faktoren entstehen, hier soll vor allem die Rolle politischer Diskurse in den Blick genommen werden.

Das intermediäre Öffentlichkeitsmodell (z. B. nach Dieter Rucht 2007) versteht politische Öffentlichkeit, also die Arena, in der politische Diskurse ausgetragen werden, als System der Vermittlung organisierter Interessen. Gesellschaftspolitische Akteure, darunter politische Parteien, Verbände und soziale Bewegungen, vermitteln zwischen den Positionen der Bürger:innen und den Entscheidungen des politisch-administrativen Systems. Einerseits bringen gesellschaftspolitische Akteure wie soziale Bewegungen und Parteien die Problemstellungen und Forderungen vonseiten der Bürger:innen in den Prozess politischer Entscheidungsfindung ein, andererseits stellt das politisch-administrative System Deutungsangebote bereit, anhand derer Bürger:innen politische Entscheidungen einordnen und bewerten können. Auf diese Weise werden politische Entscheidungen an die öffentliche Meinung rückgebunden. Neben diesen Akteursgruppen erbringen auch journalistische Medien (etwa Marken wie FAZ, Bild oder Tagesschau) sowie reichweitenstarke Vermittler:innen in den sozialen Medien (etwa Influencer:innen) eine zentrale Vermittlungsleistung, indem sie Bürger:innen über Politik informieren und das politische System wiederum über den Willen der Bürger:innen und über andere politische Akteure informieren. In einem ersten Schritt sollen genau diese Intermediäre im Hinblick auf ihren potenziellen Beitrag zu polarisierten Diskursdynamiken beleuchtet werden. Im Fokus stehen dabei Parteien, soziale Bewegungen, journalistische Medien und Akteure in sozialen Medien. Dabei wird gezeigt, dass Konflikt in den Logiken dieser…

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