Die Autorin

Prof. Ulrike Arens-Azevedo ist Ernährungswissenschaftlerin. Bis 2015 lehrte sie an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. Sie ist Mitglied des wissenschaftlichen Präsidiums der DGE und war Mitglied des wissenschaftlichen Beirats für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz des BMEL.

Auf dem Weg zur Ernährungstransformation?

Ernährungspolitik in Deutschland

Was sind die Rahmenbedingungen der deutschen Ernährungspolitik und welche Maßnahmen wurden bereits implementiert? Ernährungspolitik hat zum Ziel, die Ernährungs- und Gesundheitssituation der Bevölkerung zu verbessern und ­so mittel- bis langfristig die Gesundheitsversorgungssysteme ­zu entlasten. Darüber hinaus sollte das Ernährungssystem robust und nachhaltig sein, Umwelt und Klima schonen, das Tierwohl mit einbeziehen und soziale Herausforderungen meistern. Dies gelingt nur durch eine Transformation hin zu einer pflanzenbetonten Ernährungsweise.

Die Ausgangslage

Die Gesundheitssituation der Bevölkerung ist in Deutschland nicht zufriedenstellend. Zwar liegt die durchschnittliche Lebenserwartung mit 83,2 Jahren bei den Frauen und 78,3 Jahren bei den Männern vergleichsweise hoch, im internationalen Vergleich nimmt Deutschland jedoch keine Spitzenstellung ein (Destatis 2023). Auch hinsichtlich der gesunden Lebensjahre liegt Deutschland zwar über dem Durchschnitt aller europäischen Länder, aber keineswegs an der Spitze (Eurostat 2023). Charakteristisch ist eine hohe Übergewichts- und Adipositasrate (Erwachsene im Durchschnitt 53,5 %, Kinder und Jugendliche 15,5 %) und hiermit verbunden eine hohe Prävalenz ernährungsmitbedingter Erkrankungen (Hoebel u. a. 2022). Zu diesen zählen Diabetes mellitus Typ 2 (im Wesentlichen als Folge der hohen Übergewichtsraten, die Anzahl wird in Deutschland auf etwa 8,7 Mio. geschätzt mit einer hohen Dunkelziffer, vgl. DDG 2022), das metabolische Syndrom, Herz-Kreislauferkrankungen und Krebs (Heidemann u. a. 2021). Auch die Zunahme an neurodegenerativen Erkrankungen wie Demenz oder Parkinson und die Zunahme bei Allergien und Unverträglichkeiten fordern eine kritische Betrachtung (Berg 2023, Schmitz u. a. 2017). Über die Gesundheit hinaus hat das, was wir essen und trinken, auch erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt und das Klima. So ist die Ernährung weltweit allein für 25–30 % aller Treibhausgasemissionen verantwortlich. Außerdem sind wir bei Land- und Wassernutzung, dem Eintrag von Phosphor und Nitrat in Böden und Grundwasser und der Biodiversität bereits an die planetaren Belastungsgrenzen gestoßen. Auch deshalb ist ein grundsätzliches Umdenken in der Ernährung angesagt (Willet u. a. 2019, Renner u. a. 2021, Richardson u. a. 2023). Deutschland ist als Teil der Europäischen Union in die dort verabschiedeten Beschlüsse eingebunden. Wie viele Staaten hat sich auch die EU auf die Nachhaltigkeitsstrategie der UN (2015) verständigt. In dieser Nachhaltigkeitsstrategie wurden 17 Ziele beschlossen, die sog. Sustainable Development Goals (SDG). Ihnen zugeordnet wurden eine ganze Reihe von Unterzielen, die je nach Land und Region entsprechend spezifiziert werden können. Die europäische Nachhaltigkeitsstrategie basiert auf dem „Green Deal“ mit der zentralen Strategie „from farm to fork“ (Europäische Kommission 2020). Hierin werden den Mitgliedsstaaten wesentliche Maßnahmen zum Umbau ihres Ernährungssystems empfohlen. Ein prominentes Beispiel hierfür ist die Aufforderung, Lebensmittelverschwendung zu vermeiden und Lebensmittelabfälle zu reduzieren.

Darüber hinaus geht es um eine nachhaltige Lebensmittelerzeugung, um den nachhaltigen Vertrieb und die Herstellung von Lebensmitteln, die Gewährleistung der Ernährungssicherheit, die Förderung eines nachhaltigen Lebensmittelverzehrs und die Erleichterung der Umstellung von Verbraucherinnen und Verbrauchern auf eine gesunde, nachhaltige Ernährung. Weltweit herrscht Einigkeit darüber, dass nur eine Transformation der Ernährungssysteme und eine Reduzierung des Verzehrs tierischer Produkte Voraussetzungen schaffen, die nicht nur heutigen, sondern auch zukünftigen Generationen erlauben, ihre Bedürfnisse zu befriedigen. So hat der wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in seinem Gutachten „Politik für eine nachhaltigere Ernährung. Eine integrierte Ernährungspolitik entwickeln und faire Ernährungsumgebungen gestalten“ neun maßgebliche Empfehlungen für die Umstellung der Ernährung ausgesprochen (WBAE 2020). Grundlage für die Ableitung der Empfehlungen waren vier zentrale Schlüsselbereiche, die mit konkreten Zielen hinterlegt sind. Diese vier Bereiche sind Gesundheit, Umwelt/Klima, Soziales und Tierwohl. Die neun Empfehlungen des WBAE-Gutachtens sind die folgenden:
  • Beitragsfreie Kita- und Schulverpflegung schrittweise einführen, DGE-Qualitätsstandards verbindlich einführen, Ernährungsumgebungen fair gestalten
  • Reduktion des Konsums tierischer Produkte initiieren, Mehrwertsteuer auf tierische Produkte erhöhen, Transformationsstrategie für die Landwirtschaft entwickeln
  • Konsum von Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten subventionieren, Verbrauchssteuer auf zuckerhaltige Getränke 
  • Kosten einer gesundheitsfördernden Ernährung in den Grundsicherungsleistungen berücksichtigen, Monitoring zur Ernährungsarmut
  • Nutri-Score weiterentwickeln, Klimalabel, Fairness­label, Tierwohllabel voranbringen, an Kinder gerichtete Werbung einschränken, social influencing stärker regulieren 
  • Kleinere Portionen zum Standard machen, Konsum zuckerhaltiger Getränke reduzieren, Reformulierung weiterführen, Wasser zum Standard machen, Lebensmittel-Abfälle reduzieren
  • Seniorenverpflegung und Verpflegung in Kliniken in den Fokus nehmen, Ernährungsmonitoring für ältere Menschen auflegen
  • Förderung des ökologischen Landbaus zielgerichtet weiterentwickeln, ebenso nachhaltigere Landbewirtschaftungssysteme
  • Integrierte Politik für eine nachhaltigere Ernährung entwickeln

Längst nicht alle aufgeführten Empfehlungen haben ungeteilte Zustimmung erfahren. Sie bilden aber eine gute Grundlage für die Ernährungspolitik in Deutschland. Auch im Rahmen des STErn-Projekts „Nachhaltiges Wirtschaften: Sozialökologische Transformation des Ernährungssystems“ sind zahlreiche Maßnahmen zur Förderung einer pflanzenbasierten Ernährungsweise zusammengestellt und ein regelmäßiges Monitoring der Wirksamkeit gefordert worden (UBA 2023). Darüber hinaus entwickelte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) im Auftrag der Bundesregierung eine Ernährungsstrategie für Deutschland, deren Eckpunkte bereits im Dezember 2022 veröffentlicht wurden. Die Ernährungsstrategie wurde inzwisschen vom Bundeskabinett im Januar 2024 verabschiedet. Das vorrangige Ziel – die Transformation zu einer pflanzenbetonten Ernährungsweise – wird Zeit benötigen, da eine Veränderung von Ernährungsumgebungen und individuellem Verhalten nicht auf die Schnelle gelingt. Ernährung ist hoch emotional, jeder und jede bringt vielfältige Erfahrungen mit, hat bestimmte Vorlieben und Abneigungen und zum Teil langjährige Überzeugungen. Deshalb kann es nur darum gehen eine Ernährungsumgebung zu schaffen, die den Individuen eine gesundheitsförderliche und nachhaltigere Wahl beim Essen und Trinken erleichtert, und zwar sowohl beim Einkauf als auch in der Gemeinschaftsverpflegung oder in Restaurants. Würden massive Restriktionen eingeführt, stellt sich automatisch die Frage, ob die Politik bzw. der Staat sich überhaupt in solch individuelle Entscheidungen einmischen darf, eine Frage, die die meisten Verbraucher*innen mit „nein“ beantworten würden. 

Bereits beschlossene Maßnahmen

Verbesserung der Transparenz: Lebensmittelkennzeichnung
Weiterentwicklung des Nutri-Score: Der Nutri-Score ist eine erweiterte Nährwertkennzeichnung auf freiwilliger Basis und darf in Deutschland seit 2020 eingesetzt werden. Die Kennzeichnung ist wissenschaftlich abgeleitet und berücksichtigt verschiedene Lebensmittelinhaltsstoffe, die entweder als positiv oder als negativ eingestuft werden. Gezeigt wird das Ergebnis an einer Farbskala, die von dunkelgrün (A) über hellgrün (B) gelb (C) orange (D) bis zu rot (E) reicht. Der Berechnung liegt ein Algorithmus zugrunde, in den Eiweiß, Ballaststoffe, Obst, Gemüse und Nüsse als positiv einbezogen werden, als negative Bestandteile zählen Energie, gesättigte Fettsäuren, Zucker, Salz. Wissenschaftler*innen haben der Kennzeichnung vorgeworfen, dass sie nicht passgenau sei, weshalb inzwischen eine Revision erfolgte, die einen besseren Abgleich einzelner Inhaltsstoffe mit den allgemeinen Ernährungsempfehlungen leistet. Obwohl die Verständlichkeit der Kennzeichnung im Vorfeld bei Verbraucher*innen getestet wurde, ist es zu einem Durchbruch beim Nutri-Score noch nicht gekommen. So zeigte zum Beispiel eine Studie der Techniker Krankenkasse, dass sich die wenigsten Menschen bei ihrem Einkauf nach dem Nutri-Score richten, vielen ist diese Kennzeichnung auch nicht bekannt (TK 2023). Der Ernährungsreport des BMEL weist ähnliche Zahlen auf (BMEL 2023a). Dies könnte zum einen damit zusammenhängen, dass die Entscheidung zum Kauf eines Lebensmittels schnell und eher unbewusst erfolgt, zum anderen aber auch eine Folge der eingeschränkten Verbreitung der Kennzeichnung sein. 

Kennzeichnung der Art der Tierhaltung und der Herkunft beim Fleisch: Aktuell liegt der durchschnittliche Fleischverbrauch nach Angaben des zuständigen Bundesministeriums bei 52 kg jährlich und hat damit einen Tiefststand erreicht. Für die Verbraucher*innen steht beim Fleischkonsum das Tierwohl immer mehr im Vordergrund. Der Handel hatte teilweise auf diese Nachfrage reagiert und die Haltungsformen mittels einer farblich unterlegten Vierer-Skala auf den Verpackungen gekennzeichnet. Für die Haltung von Schweinen wurde nun eine staatliche Kennzeichnung eingeführt, die nicht auf eine farbige Markierung setzt, sondern auf Worte (Abb. 5). Basis dieser staatlich verpflichtenden Kennzeichnung ist das Tierhaltungskennzeichnungsgesetz. Es soll auf weitere Tierarten ausgedehnt werden. Neben der Haltung ist auch die Herkunft des Fleisches von Bedeutung. Deshalb wurde in diesem Jahr auch bereits beschlossen, dass die Herkunft von unverpacktem Fleisch bei Schwein, Schaf, Ziege und Geflügel ab Januar 2024 angegeben werden muss. (Die Herkunftsbezeichnung von Rindfleisch ist schon seit längerer Zeit gesetzlich vorgeschrieben.) Im nächsten Schritt ist beabsichtigt, diese Kennzeichnung auch auf verarbeitete Produkte und die Gastronomie bzw. Gemeinschaftsverpflegung auszuweiten.

Einschränkungen bei der Vermarktung – Gesetzesentwurf für an Kinder gerichtete Lebensmittelwerbung
Diesem Gesetzesentwurf sind zahlreiche Diskussionen, Anhörungen und Verhandlungen mit den Herstellern vorausgegangen. Im Kern besagt das Gesetz, dass an Kinder gerichtete Werbung für Lebensmittel, die aufgrund eines hohen Zucker-, Salz- oder Fettgehaltes als nicht gesundheitsförderlich eingestuft werden, verboten ist. Bei der Beurteilung der Lebensmittel liegen z. T. die Grenzwerte der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zugrunde, wobei in einzelnen Segmenten (Milch, Joghurt und Säfte) hiervon abgewichen wird. Die Regelung muss noch von den politischen Gremien beschlossen werden. Anschließend erfolgt eine Notifizierung bei der Europäischen Kommission.

Veränderungen in der Produktion von Lebensmitteln – Stärkung des Ökolandbaus 
Der Anteil des Ökolandbaus an den Produktionsflächen in Deutschland ist langsam und stetig gestiegen und macht derzeit etwa 11,2 % aus. Die europäische Ernährungspolitik avisiert einen Anstieg der ökologisch bewirtschafteten Flächen auf 25 %, die Bundesregierung hat sich bis 2030 auf ein Ausbauziel von 30 % geeinigt (BMEL 2023c, UBA 2023). Die Ziele sind auch vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeitsstrategie zu sehen, denn der Ökolandbau ist ressourcenschonend, verzichtet auf Pestizide und Herbizide, schützt die Artenvielfalt und berücksichtigt boden- und klimabedingte Fruchtfolgen. Insgesamt leistet der Ökolandbau also einen positiven Beitrag zu Umwelt und Klima. Ökobetriebe haben einen geschlossenen Kreislauf, dies bedeutet auch, dass Futtermittel für Tiere entsprechend angebaut werden müssen (Sanders/Heß 2019, WWF 2021). Die EU Öko Basisverordnung 2018/848 ist seit 2022 in Kraft und beschreibt detailliert Ziele und Anforderungen an einen ökologisch bewirtschafteten Betrieb einschließlich der Kennzeichnung der Produkte. Das Logo darf nur dann verwendet werden, wenn der Betrieb einen im Einzelnen geregelten Zertifizierungsprozess durchlaufen hat. Während die Verbraucher*innen beim Einkauf im Handel ein Öko-Produkt sofort erkennen, gilt dies nicht für den Verzehr außer Haus. Aus diesem Grunde wurde schon in diesem Jahr die Bio-Außer-Haus-Verpflegungsverordnung auf den Weg gebracht. Ziel ist eine leichtere Kenntlichmachung in der Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung. Betriebe können danach – je nach Anteil der Bio-Lebensmittel eine bronzene (< 50 % des geldwerten Anteils), silberne (50–89 %) oder goldene (90–100 %) Auszeichnung erreichen (BMEL 2023b). 

Verbesserung der Qualität der Gemeinschaftsverpflegung 
Täglich nehmen ca. 16 Millionen Menschen Mahlzeiten in der Gemeinschaftsverpflegung ein. Dies geschieht in Kitas, Schulen, Hochschulen, Betrieben, JVAs, Krankenhäusern, Altenheimen und anderen Institutionen. Wenn es gelingt, das Angebot in diesen Einrichtungen nachhaltig und gesundheitsförderlich zu gestalten, so kann ein erheblicher Effekt auf Ernährungsgewohnheiten und -verhalten erreicht werden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat schon seit vielen Jahren Qualitätsstandards für die unterschiedlichen Settings herausgegeben. Sie werden kontinuierlich aktualisiert und berücksichtigen seit 2020 die zentralen Zieldimensionen der Nachhaltigkeit des WBAE-Gutachtens. Aspekte wie eine faire Ernährungsumgebung, das Nudging als Möglichkeit Anreize beim Konsum nachhaltiger, gesundheitsförderlicher Speisen zu setzen, das Qualitätsmanagement Grundlage der Leitung und Führung eines Verpflegungsbetriebs, die Schnittstellenproblematik, die faire Vergütung des Personals und der wertschätzende Umgang untereinander sowie rechtliche Aspekte runden die Standards ab (DGE 2023). Die Umsetzung der Qualitätsstandards ist ein wichtiger Hebel der Gesundheitsförderung und Ernährungstransformation. Bedingt durch unterschiedliche Zuständigkeiten der Länder und der jeweiligen Träger ist eine verbindliche Umsetzung der Standards bislang nur partiell gelungen. An der Notwendigkeit solcher Standards bestehen aber kaum Zweifel, weshalb im Rahmen der zukünftigen Ernährungspolitik an einem flächendeckenden Einsatz gearbeitet wird.

Unterstützung einer ausgewogenen Ernährung in der älteren Bevölkerung
Die zunehmende Anzahl älterer Menschen ist eines der Kernprobleme des demographischen Wandels in Deutschland. Die Zahl der über 65-Jährigen ist inzwischen (2022) auf 18,7 Millionen gestiegen. Während in den ersten Jahren nach Eintritt ins Rentenalter die Ernährung zumeist noch abwechslungsreich und zufriedenstellend ist, kann sich dies mit Beginn der Pflegebedürftigkeit ändern. Nur ein kleiner Teil der derzeit ca. 5 Millionen Pflegebedürftigen wird in stationären Einrichtungen betreut, der überwiegende Teil (fünf von sechs) wird zu Hause versorgt, oft in Zusammenarbeit mit ambulanten Pflegediensten (Destatis 2022). Insoweit ist es konsequent, dass die Bundesländer ähnlich wie im Bereich Schulen und Kitas in Kofinanzierung mit dem Bund Vernetzungsstellen für die Seniorenernährung eingerichtet haben oder diese noch planen. Ziel dieser Vernetzungsstellen ist es, die Verpflegung in den stationären Einrichtungen zu verbessern und gleichzeitig für alle, die im Alter noch zu Hause leben, förderliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Dazu zählen z. B. kommunale Mittagstische oder auch mobile Foodtrucks. So soll auch die Ernährungsarmut im Alter abgefedert werden.

Ausblick: Auf dem Weg zu einer pflanzenbetonten Ernährungsweise

Da die Ernährungs- und Gesundheitssituation der Bevölkerung verbessert werden muss und gleichzeitig das gesamte Ernährungssystem vor großen Herausforderungen steht, ist eine Ernährungsstrategie unerlässlich. Einzelne Bundesländer wie Baden-Württemberg, Hessen, Niedersachsen, Berlin und Brandenburg haben sich bereits auf den Weg gemacht und partizipativ und im Konsens eine länderspezifische Ernährungsstrategie verabschiedet. Es bleibt zu hoffen, dass es dem Bund gelingt, die notwendigen Veränderungen konsequent weiterzuverfolgen und möglichst viele Menschen mit ins Boot zu holen, sodass eine pflanzenbetonte, ressourcenschonende Ernährung eine breite Akzeptanz finden kann. Unterstützung kommt auch aus der Wissenschaft, so hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung entsprechende neue Ernährungsempfehlungen (Food based dietary guidelines) im März 2024 vorgestellt.


Literatur

Berg, Daniela 2023: Herausforderung Neurodegeneration – „Die leise Pandemie“. In: Der Nervenarzt 94, S. 873–874.

BMEL (Hg.) 2023a: Deutschland wie es isst. Der BMEL-Ernährungsreport 2023. Berlin. 

BMEL (Hg.) 2023b: Pressemitteilung zur Einführung einer Kennzeichnung von Bioprodukten in der Außer-Haus-Verpflegung. https://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2023/044-bio-ahv-kennzeichen.html

BMEL (Hg.) 2023c: Bio-Strategie 2030. Nationale Strategie für 30 % ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft. Berlin. 

BMEL (Hg.) 2024: Gutes Essen für Deutschland. Ernährungsstrategie der Bundesregierung. Berlin.

Destatis 2022: Pressemitteilung 554 vom 21. Dezember 2022. Pflegebedürftige in Deutschland. 

Destatis 2023: Lebenserwartung in Deutschland: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Sterbefaelle-Lebenserwartung/_inhalt.html

Deutsche Diabetes Gesellschaft – DDG und Diabetes DE – deutsche Diabetes Hilfe (Hg.) 2022: Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2023. Die Bestandsaufnahme. 

DGE (Hg.) 2023: Qualitätsstandards für die Verpflegung in Kitas, Schulen, Betrieben, Kliniken, Senioreneinrichtungen und bei Essen auf Rädern. Bonn.

DGE (Hg.) 2024: Gut Essen und Trinken – die DGE-Empfehlungen und der DGE-Ernährungskreis. Bonn.

Europäische Kommission (Hg.) 2020: „Vom Hof auf den Tisch“ – eine Strategie für ein faires, gesundes und umweltfreundliches Lebensmittelsystem. COM 381 final. 

Eurostat 2023: Statistics explained. Healthy life years in Europe.

Heidemann, Christin u. a. 2021: Gesundheitliche Lage von Erwachsenen in Deutschland. In: RKI (Hg.): Journal of 

Health Monitoring 6 (3), S. 3–23. 

Hoebel, Jens u. a. 2022: Socioeconomic Status, overweight and obesity in childhood and adolescence. Deutsches Ärzteblatt international. 

Sanders, Jürn/Heß, Jürgen 2019: Leistungen des ökologischen Landbaus für Umwelt und Gesellschaft. Thünen Report 65, Braunschweig. 

Schmitz, Roma u. a. 2017: 12 Monats Prävalenz von Allergien in Deutschland. In: Factsheet Journal of Health Monitoring 2 (1), S. 77–81. 

Renner, Britta u. a. for the German Nutrition Society (DGE) 2021: DGE position statement on a more sustainable diet. In: Ernährungs-Umschau, 68 (7), S. 144–54. 

Richardson, Katherine u. a. 2023: Earth beyond six of nine planetary boundaries. In: Sciences Advances, 9 (37), S. 1–16. 

TK (Hg.) 2023: Iss was Deutschland – so isst Deutschland. Hamburg. 

UBA (Hg.) 2023: Entwicklung von politischen Handlungsansätzen für die Unterstützung stärker pflanzenbasierter Ernährungsweisen. Texte 140, Berlin. 

United Nations – UN, Department of Economic and Social Affairs (ed.) 2015: Transforming our world. The 2023 Agenda for sustainable development. New York. 

WBAE (Hg.) 2020: Politik für eine nachhaltigere Ernährung. Eine integrierte Ernährungspolitik entwickeln und faire Ernährungsumgebungen gestalten. Berlin. 

WWF (Hg.) 2021: Klimaschutz, landwirtschaftliche Fläche und natürliche Lebensräume. Berlin. 

Willet, Walter u. a. 2019: Food in the Anthropocene: the EAT Lancet Commission on healthy diets from sustainable food systems. In: The Lancet 393 (10170), S. 447–492. 

Alle Links zuletzt eingesehen am 25.3.2024


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